Der Hochlauf der Elektromobilität ist zentral für das Erreichen der Klimaziele. Das steht nun auch im Klimaschutzprogramm 2026 der Bundesregierung. Allerdings bringt der Klimaschutzplan außer der Förderung von Ladeinfrastruktur in Mehrparteienhäusern keine neuen Maßnahmen, so der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK). Vielmehr fasst der Plan bereits Bekanntes zusammen, was die Bundesregierung umsetzt oder zusammen mit der EU-Kommission vorhat.

VDIK-Präsidentin Imelda Labbé: „Die internationalen Kraftfahrzeughersteller stehen hinter den Maßnahmen der Bundesregierung, wie der Förderung privater Elektroautos. Was jetzt dabei zählt, ist eine schnelle und unkomplizierte Umsetzung. Das nun veröffentlichte Förderprogramm für Ladeinfrastruktur in Mehrparteienhäusern ist ebenfalls ein wichtiger Schritt. Was allerdings weiterhin fehlt, ist eine umfassende Strategie wie sie der VDIK seit langem mit dem Masterplan fordert. Gerade für die Ladeinfrastruktur in Mehrparteienhäusern gilt mehr denn je, dass alle beteiligten industriepolitischen Akteure und Branchen wie Bau-, Energie-, und Automobilwirtschaft mit einbezogen werden müssen.“

Das Förderprogramm kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass zukünftig nicht nur Eigenheimbesitzer mit eigener Wallbox an Carport oder der Garage bequem zu Hause laden können. Gerade für urbane Räume könnte der Aufbau von Ladeinfrastruktur in den Wohnquartieren einen Schub für den Hochlauf der Elektromobilität in den Städten bringen.

Der Masterplan Ladeinfrastruktur 2030, das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) und die Vereinfachung der Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung sind weitere Maßnahmen, die zur Alltagstauglichkeit der Elektromobilität beitragen können, wenn sie konsequent und zügig realisiert werden.

Die praktische Umsetzung der Programme entscheidet über einen möglichen Markthochlauf der Elektromobilität. Auch die von der Bundesregierung erwarteten positiven sozialen Effekte, die Elektromobilität in neue Käuferschichten tragen sollen, hängen maßgeblich davon ab, dass die genannten Förderprogramme nun endlich an Fahrt aufnehmen. Die bisher schleppende Umsetzung vieler angekündigter Maßnahmen, könnte ansonsten die Akzeptanz der Programme bedrohen. Gleiches gilt für die erhofften industriepolitischen Effekte und die Stärkung der Industrie durch die E-Förderung.

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