Ladeinfrastruktur

Die Unsicherheit über die Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten ist heute noch ein zentraler Hemmschuh für die Anschaffung eines Elektroautos. Eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur gibt E-Auto-Fahrern die Sicherheit, dass Ladestrom überall und unkompliziert verfügbar ist. Ihr Ausbau ist daher ein entscheidender Baustein für den Erfolg alternativer Antriebe. Da rund 85 Prozent der Ladevorgänge zuhause stattfinden, muss zusätzlich zur öffentlichen auch der Aufbau einer privaten Ladeinfrastruktur massiv forciert werden. Bis 2030 werden bis zu zehn Millionen private Ladepunkte benötigt. Im öffentlichen Bereich sind bis zu eine Million Ladepunkte zu schaffen.

Der VDIK hat daher folgende Empfehlungen für eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur formuliert:

  • Förderprogramm zum Aufbau privater Ladeinfrastruktur mit einem Volumen von mindestens einer Milliarde Euro.
  • Private und gewerbliche Neubauten müssen von vorneherein mit den notwendigen Netzanschlüssen im Parkbereich ausgestattet oder darauf vorbereitet sein. Dafür gilt es nötige rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen und zielgerichtete Fördermaßnahmen zu beschließen.
  • Deutlich höhere Anforderungen an die Ausstattung von Parkplätzen in Neubauten mit Ladesäulen – sowohl in Wohn- als auch in Gewerbeanlagen.
  • Änderung des Miet- und Wohneigentumsrechtes, damit die Einrichtung privater Ladesäulen in Wohnanlagen deutlich leichter und attraktiver wird. Dies soll nicht mehr durch Einzelne blockiert werden können.

Aktuell sind in Deutschland rund 20.650 (Stand August 2019) öffentliche und teilöffentliche Ladepunkte von Energieunternehmen, Parkhaus- und Parkplatzbetreibern, Supermärkten und Hotels erfasst. Der Anteil der Schnellladestationen liegt bei rund 12 Prozent. Das ist zwar ein deutlicher Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Da jedoch auch der Bestand an Elektrofahrzeuge mit hohen Steigerungsraten wächst, ist ein weiterer schneller Ausbau der Ladeinfrastruktur unbedingt notwendig.

Dabei ist gerade das Schnelladen von besonderes Bedeutung. Es erhöht die Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen, weil Batterien auf längeren Strecken in kurzer Zeit wieder aufgeladen werden können und so die Ladestops kurz werden. Heute sind in Deutschland zum Beispiel entlang der Autobahnen bereits zahlreiche Schnellladesäulen mit 50 kW Ladeleistung verfügbar. Ein kompaktes Elektroauto mit ca. 300 Kilometern Reichweite lädt eine nahezu leere Batterie hier in rund 60 Minuten zu mindestens 80 Prozent auf. Künftig sollten Schnellladestation mit noch deutlich höherer Geschwindigkeit laden. So sind bereits einige 350-kW-Ladesäulen in Betrieb. Hier würde das Vollladen eines vergleichbaren Fahrzeugs dann nur noch wenige Minuten dauern.

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