LNG für Nutzfahrzeuge

Die Reduzierung von CO2-Reduzierung ist auch für den Straßengüterverkehr eine wichtige Aufgabe. Erdgas und Biomethan sind schon jetzt verfügbare Alternativen zum Diesel, um THG-Emissionen sowie Luftschadstoffe zu reduzieren. Damit Transportunternehmer in Nutzfahrzeuge mit Gasantrieben investieren, sind jedoch verlässliche und langfristige planbare Rahmenbedingungen sowie gezielte Marktanreize notwendig.

CO2-Vorteil von Erdgas

Wegen des geringeren Kohlenstoffgehalts verursacht Methan bei der Verbrennung um bis zu 20 Prozent weniger CO2 als Dieselkraftstoff. Die Nutzung von reinem Biomethan (Bio-CNG oder Bio-LNG) ermöglicht sogar CO2-Einsparungen von bis zu 90 Prozent. Auch synthetisches Methan (SNG) aus erneuerbarem Strom kann problemlos eingesetzt werden. Die Beimischung von 20 Prozent regenerativ erzeugtem Methan (SNG oder Bio-LNG) ermöglicht bereits eine Reduktion von ca. 35 Prozent THG-Emissionen gegenüber einem konventionell angetriebenen Diesel-Lkw. Eine Beimischung erneuerbaren Methans zum fossilen Methan ist dabei ohne Mengenbeschränkung möglich.

150 LNG-Tankstellen in Europa

Erdgas wird als Kraftstoff sowohl gasförmig (CNG, „Compressed Natural Gas“) als auch in flüssiger Form (LNG, „Liquified Natural Gas“) eingesetzt. In Europa gibt es bereits über 150 LNG-Tankstellen. Nachdem die Entwicklung in Deutschland lange gestockt hatte, wurden auch in den vergangenen zwei Jahren an wichtigen Verkehrsknotenpunkten 12 LNG-Tankstellen in Betrieb genommen. Im Laufe des Jahres 2020 soll die Zahl der LNG-Tankstellen auf über 50 ansteigen. Damit schließt Deutschland, als wichtigstes Transitland der EU, eine Lücke der europäischen LNG-Infrastruktur.

Förderung

Wesentlicher Erfolgsfaktoren des Markthochlaufs von LNG-Lkw waren das Förderprogramm für energieeffiziente Nutzfahrzeuge (EEN) und die Einführung der Mautbefreiung für gasbetriebene Nutzufahrzeuge. Seit dem Inkrafttreten der Instrumente wurden über 1.300 Anträge zur Förderung von LNG-Lkw gestellt. Die Mautbefreiung und die Kaufförderung von LNG- und CNG-Nutzfahrzeugen enden jedoch am 31.12.2020, ohne dass in dem bisher auf zwei Jahre begrenzten Zeitraum alternative und langfristig planbare Rahmenbedingungen geschaffen wurden, die den Einsatz von gasbasierten oder anderen alternativen Antrieben und Kraftstoffen verbessert hätten. Die Auswirkungen sind bereits spürbar. So sind die Förderanträge seit Februar 2019 rückläufig.

Empfehlungen

Damit Erdgas oder Biogas als alternativer Kraftstoff seinen CO2-Vorteil bei schweren Lkw ausspielen kann, braucht es zuverlässige Rahmenbedingungen und Anreizsysteme für Investitionen, die langfristige Unternehmensentscheidungen und Marktentwicklungen ermöglichen.
Das Förderprogramm „Energieeffiziente und/oder CO2 -arme schwere Nutzfahrzeuge“ (EEN) und die Mautbefreiung sind die wesentlichen Elemente, um gasbasierte Nutzfahrzeuge gegenüber herkömmlichen Antrieben aus Kostensicht wettbewerbsfähig zu machen. Neben der Mautbefreiung und dem Förderprogramm gibt es jedoch heute keine wirksamen finanziellen und regulatorischen Rahmenbedingungen, die eine Wettbewerbsfähigkeit von alternativen Antrieben ermöglichen würden. Daher sind schnelle Entscheidungen zur Verlängerung von Mautbefreiung und des Förderprogramms notwendig.
Die internationalen Hersteller empfehlen der Bundesregierung zusammen mit den Mitgliedern der LNG-Taskforce folgende Maßnahmen:

  1. Fortführung der Mautbefreiung für mindestens zwei weiteren Jahren
  2. Übergangsregelung bis zur Einführung einer CO2-orientierten Lkw-Maut
  3. Fortführung der Kaufförderung von LNG-Fahrzeugen für den Schwerlastverkehr

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