Steuern

Autohalter sind in Deutschland mit vielfältigen Steuern und Abgaben konfrontiert. Der Staat nutzt vor allem die Kraftfahrzeugsteuer und die Besteuerung der privaten Nutzung von Dienstwagen, um besonders umweltfreundliche Fahrzeuge zu fördern.

Kraftfahrzeugsteuer

Für alle Fahrzeuge, die seit dem 1. Juli 2009 erstmals zugelassen wurden oder werden, bemisst sich die Kraftfahrzeugsteuer nach dem Hubraum und dem CO2-Ausstoß. Seit dem 1. Januar 2014 gilt bei der Berechnung der Kfz-Steuer ein Freibetrag von 95 g/km.

Für Fahrzeuge, die ab dem 1. September 2018 erstmals zugelassen wurden oder werden, wird für die Bemessung der Kraftfahrzeugsteuer der nach dem WLTP-Verfahren ermittelte CO2-Ausstoß herangezogen.

Für alle reinen Elektrofahrzeuge, die der Definition des Kraftfahrzeugsteuergesetzes entsprechen und die zwischen dem 18. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2020 erstmals zugelassen wurden oder werden, gilt eine Befreiung von der Kraftfahrzeugsteuer für zehn Jahre. Danach erfolgt eine Besteuerung nach dem Fahrzeuggewicht, die daraus resultierende Steuerlast wird um die Hälfte gekürzt.

Die Eckpunkte der CO2-bezogenen Kfz-Steuer sind:

  • Für den CO2-Ausstoß wird ein linearer Steuersatz von zwei Euro je Gramm pro Kilometer erhoben.
  • Es gilt ein Freibetrag für den CO2-Ausstoß, der steuerfrei bleibt. Für Fahrzeuge, die bis 31. Dezember 2011 zugelassen wurden, beträgt dieser Freibetrag 120 g/km, bei Zulassung vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2013 beträgt er 110 g/km und bei erstmaliger Zulassung nach dem 31. Dezember 2013 wird ein Freibetrag von 95 g/km gewährt.
  • Zusätzlich ist ein Sockelbetrag von zwei Euro je angefangene 100 cm³ Hubraum bei Pkw mit Otto-Motoren und 9,50 Euro pro angefangene 100 cm³ Hubraum bei Pkw mit Diesel-Motoren unabhängig vom CO2-Ausstoß zu entrichten. Dies gilt auch für die Fahrzeuge, deren CO2-Ausstoß unter dem Freibetrag liegt.

Privatnutzung von betrieblichen Elektrofahrzeugen

Bei der Besteuerung der privaten Nutzung von Elektrofahrzeugen oder Hybridelektrofahrzeugen mit extern aufladbarer Battere wird der Listenpreis um die darin enthaltenen Kosten des Batteriesystems gemindert. Sofern die Kosten für das Batteriesystem nicht im Bruttolistenpreis enthalten sind, wird dieser ohne Abzug für die Versteuerung herangezogen. Für Fahrzeuge, die bis zum 31. Dezember 2013 erstmals zugelassen wurden, mindert sich der Listenpreis um 500 Euro pro kWh der Batteriekapazität. Dieser Betrag mindert sich für in den Folgejahren angeschaffte Kraftfahrzeuge um jährlich 50 Euro pro kWh der Batteriekapazität. Die Minderung des Listenpreises beträgt höchstens 10.000 Euro je Fahrzeug. Dieser Höchstbetrag reduziert sich für in den Folgejahren angeschaffte Kraftfahrzeuge um jährlich 500 Euro.

Zum 1. Januar 2019 wurde die Regelung eingeführt, dass die Bemessungsgrundlage für die Besteuerung der privaten Nutzung von Elektrofahrzeugen, Plug-In-Hybridfahrzeugen und Brennstoffzellenfahrzeugen als Dienstwagen, die nach dem 31. Dezember 2018 angeschafft wurden oder werden, halbiert wird. Dadurch ergibt sich die Halbierung der Steuer für die private Nutzung des Dienstwagens und auch für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Plug-In-Hybridfahrzeuge dürfen jedoch nur maximal 50g CO2 je Kilometer ausstoßen oder müssen eine rein elektrische Reichweite von mindestens 40 Kilometern haben. Die Regelung ist aktuell auf Fahrzeuge beschränkt, die bis einschließlich 31. Dezember 2021 angeschafft werden. Sie gilt sowohl für neue als auch für gebrauchte Fahrzeuge. Die Minderung des Bruttolistenpreises um die Kosten des Batteriesystems unterbleibt in den Fällen der Halbierung der Bemessungsgrundlage.

Mit einem aktuellen Gesetzentwurf soll die Regelung verlängert werden und für alle Fahrzeuge gelten, die vor dem 1. Januar 2031 angeschafft werden. Um auch nach dem 31. Dezember 2021 noch in den Genuss der Halbierung der Bemessungsgrundlage zu kommen, müssen Plug-In-Hybridfahrzeuge eine rein elektrische Mindestreichweite von 60 Kilometern und ab dem 1. Januar 2025 von 80 Kilometern haben.


Laden am Arbeitsplatz

Seit dem 1. Januar 2017 gilt die Steuerbefreiung für vom Arbeitgeber gewährte Vorteile für das elektrische Aufladen eines Elektrofahrzeugs oder Hybridelektrofahrzeugs im Betrieb des Arbeitgebers oder eines verbundenen Unternehmens und für die zeitweise zur privaten Nutzung überlassene betriebliche Ladevorrichtung. Diese Regelung ist aktuell bis zum 31. Dezember 2020 begrenzt und soll mit dem vorliegenden Gesetzentwurf bis zum 31. Dezember 2030 verlängert werden. Ebenfalls bis zum 31. Dezember 2030 soll die Möglichkeit der Pauschalversteuerung für geldwerte Vorteile aus der unentgeltlichen oder verbilligten Übereignung einer Ladevorrichtung verlängert werden. Das gleiche gilt für Zuschüsse zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers für den Erwerb und für die Nutzung einer Ladevorrichtung.

Sonderabschreibung Lieferfahrzeuge

Mit einem vom Bundeskabinett bereits verabschiedeten Gesetzentwurf soll eine Sonderabschreibung in Höhe von 50 Prozent der Anschaffungskosten eines rein elektrisch angetriebenen Lieferfahrzeugs eingeführt werden. Die Sonderabschreibung soll nur im Falle des Erwerbs eines neuen Fahrzeugs und nur im Jahr der Anschaffung geltend gemacht werden können. Betroffen sind alle Fahrzeuge der Klassen N1 und N2, die maximal 7,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse aufweisen.

Gewerbesteuerliche Hinzurechnung

Bei der Ermittlung der Gewerbesteuer muss ein Fünftel der Miet- und Pachtzinsen (einschließlich Leasingraten) für die Benutzung von beweglichen Wirtschaftsgütern, die im Eigentum eines anderen stehen, zum Gewinn hinzugerechnet werden. Für reine Elektrofahrzeuge und Plug-In-Hybridfahrzeuge soll diese Hinzurechnung auf die Hälfte reduziert werden. Für Plug-In-Hybride soll dies aber nur gelten, wenn Sie maximal 50g CO2 je Kilometer ausstoßen oder über eine rein elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometern verfügen.

Aus dem Bereich Wirtschaft, Recht und Vertrieb