06.08.2014

VDIK: Zulassungen von Elektro-Pkw schwächeln weiter – Elektromobilität braucht deutliche Kaufanreize

Bad Homburg. Der VDIK, dessen Mitglieder aktuell 17 Elektrofahrzeugmodelle anbieten, unterstützt das Ziel der Bundesregierung, im Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen zu haben. Der VDIK begrüßt das Elektromobilitätsgesetz, das klar definierte Nutzervorteile für Elektrofahrzeuge möglich macht. Doch die Nutzungsmöglichkeit von Busspuren und reservierten Parkplätzen, die Kommunen einräumen können, wird bei weitem allein nicht für die Zielerfüllung ausreichen.

In den ersten sieben Monaten des Jahres sind lediglich 6.360 Pkw mit reinem Elektro- und Plug-In-Hybrid-Antrieb neu zugelassen worden, der private Anteil liegt bei nur rund 20 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist dies zwar eine deutliche Steigerung, doch es ist nicht zu übersehen, dass die Ziele der Bundesregierung zur Elektromobilität mit derartig niedrigen Zulassungszahlen mit Sicherheit nicht erreicht werden können.

VDIK-Präsident Volker Lange: „Für die Anschaffung von Elektrofahrzeugen sind Kaufanreizprogramme für private Käufer, die den Erwerb eines Elektrofahrzeugs mit mindestens 5.000,- € fördern, zwingend erforderlich. Eine reine Forschungsförderung reicht nicht aus. Zusätzlich zur Vergünstigung der Besteuerung von Dienstwagen mit Elektroantrieb sollte den gewerblichen Nutzern auch eine höhere Abschreibung, wie von der Nationalen Plattform Elektromobilität empfohlen, eingeräumt werden. Die Flottenbetreiber würden so animiert, ihre Zulassungen zu steigern und eine verstärkte Vorbildfunktion für die Elektromobilität zu übernehmen, mit positiver Wirkung auf private Autofahrer.“

Darüber hinaus ist für den Erfolg der Elektromobilität zwingend eine gut ausgebaute und einfach nutzbare Ladeinfrastruktur, insbesondere ein von allen Elektrofahrzeugen nutzbares Netz an Schnellladesäulen erforderlich. In Europa benötigen zurzeit zwei Drittel der schnellladefähigen Elektrofahrzeuge den CHAdeMO-Standard.

VDIK-Präsident Lange weiter: “Bei einseitiger Ausrichtung der Schnellladeinfrastruktur auf CCS besteht die Gefahr, dass eine starke Verunsicherung potentieller Käufer von Elektrofahrzeugen eintritt und das Vertrauen der Bürger in die Elektromobilität insgesamt beschädigt wird. Mehr als ärgerlich wäre dies vor allem für die Autofahrer, die sich bereits sehr frühzeitig ein Elektrofahrzeug angeschafft haben, das über den CHAdeMO-Standard schnellgeladen werden muss.“

Aus wirtschaftlicher Sicht ergeben sich bei einer einseitigen Festlegung auf reine CCS-Schnellladesäulen aufgrund kaum vorhandener kompatibler Elektrofahrzeuge in den nächsten Jahren keine tragfähigen Geschäftsmodelle. Dies werden sicherlich auch mögliche Investoren berücksichtigen müssen.

Eine pragmatische Lösung für alle Elektroautofahrer besteht bereits heute in Form der sogenannten Multicharger (CCS- sowie CHAdeMO-Standard und Typ2), die mittlerweile von vielen Ladesäulenherstellern angeboten werden. Die VDIK-Mitgliedsunternehmen gehen hier mit gutem Beispiel voran, indem sie beispielsweise bei ihren Händlern in den Städten Berlin, Stuttgart und Essen solche Ladesäulen zur öffentlichen Nutzung installiert haben.

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