Verkehrspolitik

Zukunftsfähiger Straßengüterverkehr

Mobilität ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für Wohlstand und Freiheit des Bürgers und für den innerdeutschen und internationalen Warenaustausch. Dabei sind die Anforderungen an die Mobilität ständigen Entwicklungen unterworfen. Gefragt ist eine möglichst umweltfreundliche und damit Ressourcen schonende Mobilität, die sowohl die individuellen Bedürfnisse des Bürgers als auch die Anforderungen einer immer arbeitsteiligeren Wirtschaft erfüllen kann. Jeder Verkehrsträger hat seine Stärken, die optimal genutzt werden müssen. Insofern ist der Ausbau von Straße und Schiene kein Gegensatz, jedoch muss gesehen werden, dass manche politischen Verlagerungsträume jeder Realität entbehren.

Der aktuelle Sonderbericht „Marktbeobachtung Güterverkehr“ des Bundesamts für Güterverkehr (BAG) zeigt erneut, dass ein weiterer Ausbau und insbesondere die Instandhaltung der Straßeninfrastruktur unerlässlich ist.

Zwischen 2000 und 2011 ist in Deutschland beim Landverkehr eine Steigerung der Güterverkehrsleistungen von 511 Milliarden Tonnenkilometer auf 637 Milliarden Tonnenkilometer zu verzeichnen. Während die Bedeutung der Binnenschifffahrt zurückgegangen ist, hat sich der Marktanteil des Straßengüterverkehrs von 68 auf 71 % und der der Bahn von 16 auf 18 % erhöht.

Diese Zahlen zeigen, dass der Lkw nach wie vor viermal so viele Verkehrsleistungen erbringt wie die Bahn. An diesem Verhältnis wird sich auch in Zukunft nichts Nennenswertes ändern, jedenfalls nicht zugunsten der Bahn.

Selbstverständlich darf nicht in dem Bemühen nachgelassen werden, wie alle Verkehre so auch den Straßengüterverkehr möglichst umweltfreundlich zu gestalten. Hierzu kann neben der Vermeidung von Leerfahrten vor allem die Reduzierung der Zahl der Fernverkehrs-Lkw beitragen, indem längere Lkw mit höherem Transport-volumen zum Einsatz kommen.

Gemeinsam mit anderen Verbänden, die ein hohes Interesse an einem funktionierenden Straßenverkehr und der entsprechenden Infrastruktur haben, engagiert sich der VDIK u.a. in dem Verband Pro Mobilität und von Anfang an auch innerhalb der Initiative Innovative Nutzfahrzeuge (IIN). Es geht dabei angesichts des stets steigenden Transportbedarfs um eine bessere Auslastung der Autobahnflächen durch etwas längere Lkw, die letztlich die Gesamtzahl der Fahrzeuge verringern oder bei steigendem Transportbedarf zumindest beibehalten kann.

Die Bundesregierung testet seit Frühjahr 2012 in einem bundesweiten Feldversuch diese innovativen Nutzfahrzeugkonzepte, auch „Lang-Lkw“ genannt. Dabei geht es nur um längere Fahrzeuge. Eine Erhöhung der Gewichte ist ausdrücklich nicht vorgesehen. Einige Bundesländer, Verbände des Schienenverkehrs und Automobilklubs haben sich gegen einen solchen Feldversuch ausgesprochen und teilweise sogar gerichtliche Schritte angedroht. Das BMVBS wird gleichwohl den Feldversuch mit den Bundesländern, die sich dafür ausgesprochen haben, durchführen, um zu ermitteln, ob die vorgebrachten Bedenken berechtigt sind und gegenüber den ökologischen und ökonomischen Vorteilen längerer Lkw Vorrang verdienen.

Der VDIK unterstützt die „Initiative Innovative Nutzfahrzeuge“ der Verbände des Speditionsgewerbes und der Automobilindustrie, da hierdurch der CO2-Ausstoß im Straßengüterverkehr deutlich reduziert werden kann. Die gemeinsame Initiative fordert eine sachliche Diskussion über die ökologischen Vorteile innovativer Nutzfahrzeuge ebenso wie über mögliche Sorgen der Verbraucher. Wichtiges Anliegen ist ein offener, konstruktiver Dialog mit allen Akteuren auf Basis der beim Feldversuch gewonnenen Erkenntnisse.