Verkehrspolitik

Zukunftsfähiger Straßengüterverkehr

Mobilität ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für Wohlstand und Freiheit des Bürgers und für den innerdeutschen und internationalen Warenaustausch. Dabei sind die Anforderungen an die Mobilität ständigen Entwicklungen unterworfen. Gefragt ist eine möglichst umweltfreundliche und damit Ressourcen schonende Mobilität, die sowohl die individuellen Bedürfnisse des Bürgers als auch die Anforderungen einer immer arbeitsteiligeren Wirtschaft erfüllen kann. Jeder Verkehrsträger hat seine Stärken, die optimal genutzt werden müssen. Insofern ist der Ausbau von Straße und Schiene kein Gegensatz, jedoch muss gesehen werden, dass manche politischen Verlagerungsträume jeder Realität entbehren.

Die Bundesverkehrswegeplan 2030 weist dabei in vielen Punkten in die richtige Richtung. So ist die Steigerung der Investitionsmittel in die Infrastruktur zum Erhalt und der Weiterentwicklung einer leistungsfähigen Infrastruktur seit langem überfällig. Angesichts der an vielen Orten nicht zukunftsfähigen Straßeninfrastruktur, Folge der seit vielen Jahren unzureichenden Finanzausstattung, unterstützt der VDIK den Fokus auf den Erhalt der Straßen und die Engpassbeseitigung besonders belasteter Strecken.

Kritisch ist zu vermerken, dass eine stärkere Orientierung der Mittelverteilung an der Verkehrsleistung für den Erhalt der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit geboten gewesen wäre. 2015 wurde der Güterverkehr zu 73 Prozent über die Straße abgewickelt, die Verkehrsprognose geht auch für 2030 von einem Anteil von 72,5 Prozent aus. Bei einem erwarteten Zuwachs der Güterverkehrsleistung von 2010 bis 2030 um 237 Milliarden Tonnenkilometer wird im Bundesverkehrswegeplan davon ausgegangen, dass 170 Millarden Tonnenkilometer auf die Straße entfallen. Die Straße bleibt damit sowohl hinsichtlich der absoluten Transportleistung als auch der Übernahme der erwarteten zusätzlichen Transportleistung der wichtigste Verkehrsträger.

Gemeinsam mit anderen Verbänden, die ein hohes Interesse an einem funktionierenden Straßenverkehr und der entsprechenden Infrastruktur haben, engagiert sich der VDIK u.a. in dem Verband Pro Mobilität und von Anfang an auch innerhalb der Initiative Innovative Nutzfahrzeuge (IIN). Es geht dabei angesichts des stets steigenden Transportbedarfs um eine bessere Auslastung der Autobahnflächen durch etwas längere Lkw, die letztlich die Gesamtzahl der Fahrzeuge verringern oder bei steigendem Transportbedarf zumindest beibehalten kann.

Der VDIK begrüßt ausdrücklich die Überführung des seit Frühjahr 2012 in einem bundesweit durchgeführten Feldversuchs mit innovativen Nutzfahrzeugkonzepten, auch „Lang-Lkw“ genannt, in den streckenbezogenen Regelbetrieb ab 01.01.2017. Dabei geht es nur um längere Fahrzeuge. Eine Erhöhung der Gewichte ist ausdrücklich nicht vorgesehen.

Der VDIK unterstützt die „Initiative Innovative Nutzfahrzeuge“ der Verbände des Speditionsgewerbes und der Automobilindustrie, da hierdurch der CO2-Ausstoß im Straßengüterverkehr deutlich reduziert werden kann. Die gemeinsame Initiative fordert eine sachliche Diskussion über die ökologischen Vorteile innovativer Nutzfahrzeuge ebenso wie über mögliche Sorgen der Verbraucher. Wichtiges Anliegen ist ein offener, konstruktiver Dialog mit allen Akteuren auf Basis der beim Feldversuch gewonnenen Erkenntnisse.