Verkehrspolitik

Alternative Antriebe

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Der VDIK versteht unter dem Begriff ‚Elektrofahrzeuge‘ alle Fahrzeuge, die am Stromnetz aufgeladen werden können und über eine nennenswerte elektrische Reichweite verfügen.

Die Elektrifizierung des Antriebs ist kein Selbstzweck, sondern erforderlich, um die Mobilität langfristig, zukunftsfähig und bezahlbar zu erhalten. Elektromobilität soll die Abhängigkeit vom Erdöl reduzieren und einen deutlichen Beitrag zur Erfüllung der Klimaschutzziele leisten.

Für zukünftige Antriebe muss eindeutig der Grundsatz der Technologieneutralität gelten. Der Verbrennungsmotor – Benziner oder Diesel – wird auf absehbare Zeit weiterhin seine Spitzenstellung behalten. Er wird jedoch in Verbindung mit Erdgas, Flüssiggas, biogenen Kraftstoffen und einer zunehmenden Elektrifizierung des Antriebsstrangs noch deutlich in seiner Effizienz verbessert werden. Hybridfahrzeuge – insbesondere solche mit einer externen Lademöglichkeit am Stromnetz (Plug-In) und nennenswerter elektrischer Reichweite – stellen eine wichtige Brückentechnologie zum reinen Elektrofahrzeug dar.

Auch die Brennstoffzelle wird mittel- bis langfristig insbesondere zur Reichweitenverlängerung an Bedeutung gewinnen. Dabei gilt für den hierzu erforderlichen Wasserstoff die gleiche Forderung wie für den Strom zum Betrieb von Elektrofahrzeugen. Beides muss zu hundert Prozent aus regenerativen Quellen gewonnen werden. Die internationalen Fahrzeughersteller beteiligen sich aktiv an der Initiative „Clean Energy Partnership“ (CEP) der Bundesregierung.

Die internationalen Kraftfahrzeughersteller verfügen schon seit Ende 2010 über marktreife Elektrofahrzeuge und Plug-In-Hybridfahrzeuge, die käuflich erworben werden können. Die ersten E‑Mobile wurden im Dezember 2010 an die Kunden in Deutschland ausgeliefert. Der durchschnittliche Autokäufer hat die Alternative Elektroauto noch nicht entdeckt. Um diese Kaufzurückhaltung zu überwinden,  wird das Angebot der VDIK-Mitgliedsunternehmen für private und gewerbliche Kunden stetig deutlich ausgeweitet.

Angesichts des Ziels der Bundesregierung Deutschland als Leitmarkt für Elektromobilität zu etablieren, werden ab dem 18. Mai 2016 neu zugelassene Elektro- und Plug-in Hybridfahrzeuge durch den Umweltbonus bezuschusst. Reine Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge erhalten insgesamt 4.000 EURO, Plug-in-Hybride 3.000 EURO Bonus, wobei der Nettolistenpreis des Basismodells von 60.000 EURO nicht überschritten werden darf. Finanziert wird die Förderung je zur Hälfte von den Automobilherstellern und dem Bund. Die Bearbeitung von Anträgen und Auszahlungen wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vorgenommen.

Bislang zeigt sich, dass Privat- und Gewerbekunden den Umweltbonus in etwa in gleichem Maß beantragen. Seit Beginn der Förderung nahm sowohl das Angebot an Elektro-, Brennstoffzellen- und Plug-in-Hybridfahrzeugen als auch die Nachfrage deutlich zu. Allerdings ist die Nachfrage bislang nicht stark genug gestiegen, um das Ziel der Bundesregierung erfüllen.   

Für alle reinen Elektrofahrzeuge, die der Definition des Kraftfahrzeugsteuergesetzes entsprechen und die zwischen dem 18. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2020 zugelassen wurden oder werden, gilt eine Befreiung von der Kraftfahrzeugsteuer von zehn Jahren. Danach erfolgt eine Besteuerung nach dem Fahrzeuggewicht, die daraus resultierende Steuerlast wird um die Hälfte gekürzt. Die bisherige Definition sollte nach Ansicht des VDIK auf die Fahrzeuge mit externer Lademöglichkeit und einer nennenswerten elektrischen Reichweite, beispielsweise auf Plug-In Hybridfahrzeuge, ausgedehnt werden.

Für Fahrzeuge mit Erdgas- oder Flüssiggasantrieb gilt eine Ermäßigung bei der Energiesteuer. Diese Vorteile sind jedoch zeitlich befristet und laufen für Erdgas, wenn es als Kraftstoff genutzt wird, am 31. Dezember 2026 und für Flüssiggas, wenn es als Kraftstoff genutzt wird, am 31. Dezember 2022 aus.