Technik

Verkehrssicherheit

Das Thema Verkehrssicherheit ist in letzter Zeit bei all den Diskussionen um CO2 und alternative Antriebe zu Unrecht etwas in den Hintergrund der öffentlichen Wahrnehmung gedrängt worden.

Zahl der Verkehrstoten sinkt

Die Zahl der Verkehrstoten ist im Jahr 2014 in Deutschland um 0,9% auf 3368 leicht gestiegen. Insgesamt lag die Zahl der Getöteten aber immer noch auf dem zweitniedrigsten Stand seit 1950.

Dennoch zeigt dies, dass der sich seit über 20 Jahren abzeichnende Trend nach unten keine Selbstverständlichkeit ist. Es sind weiterhin starke Anstrengungen zu unternehmen, um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten bis 2020 (bezogen auf das Jahr 2010) um 40 Prozent reduzieren.



Aktive und passive Sicherheit

Die internationalen Fahrzeughersteller haben die sehr positive Entwicklung bei der Verkehrssicherheit maßgeblich durch ihre Innovationen auf dem Gebiet der aktiven und passiven Sicherheit mit beeinflusst. Auch zukünftig werden sie aktiv zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen. Insbesondere moderne Fahrerassistenzsysteme und ihre Vernetzung mit verschiedensten Informationsquellen werden dabei eine immer wichtigere Rolle spielen. So rüsten bereits heute die internationalen Fahrzeughersteller vermehrt ihre Fahrzeuge mit Fahrerassistenzsystemen aus, die infolge verbesserter Umgebungserfassung und Situationsanalyse den Fahrer bei der Erfüllung seiner Aufgaben unterstützen und die Fahrsituation komfortabler und sicherer gestalten.

Effektive Rettungskette

Doch trotz aller Bemühungen, die Fahrzeuge und den Straßenverkehr noch sicherer zu gestalten, wird auch zukünftig die Möglichkeit eines Unfalls nicht gänzlich auszuschließen sein. Im Falle eines Unfalls ist es oberstes Ziel, die Rettungskette möglichst kurz, schnell und effektiv zu gestalten. Um das zu erreichen und den Rettungskräften die Erfüllung ihrer Aufgaben zu erleichtern, haben VDIK und VDA gemeinsam mit der DAT und in Zusammenarbeit mit dem Bundesverkehrsministerium ein zukunftsweisendes Projekt initiiert und mittlerweile erfolgreich auf den Weg gebracht. Mittels einer speziell von der DAT entwickelten Software werden die Feuerwehren und andere Rettungskräfte dank der nun möglichen Online-Kennzeichenabfrage in die Lage versetzt, sehr schnell das jeweils zutreffende Rettungsdatenblatt eines verunfallten Fahrzeuges im Internet aufzurufen und die speziellen, fahrzeugbezogenen Angaben bei den Rettungsarbeiten zu berücksichtigen. Die Informationen haben besonders für den Umgang mit Hybrid- und Elektrofahrzeuge große Bedeutung. Das von der Automobilindustrie finanzierte Projekt wird vom ADAC aktiv unterstützt. Bundesweit werden derzeit sämtliche Rettungskräfte mit diesem Online-Abfrage-System ausgestattet.

Neben den Rettungsdatenblättern wurde in gemeinsamer Arbeit der verschiedenen Beteiligten (Fahrzeughersteller, Feuerwehren und ADAC) sowie Abschleppunternehmen und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ein Leitfaden für die Unfallhilfe und das Bergen von Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen erarbeitet. Dieser Leitfaden beinhaltet alle wichtigen zu beachtenden technischen Sachverhalte an elektrisch oder teilelektrisch angetriebenen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. Beginnend mit der Rettung bis zum Bergen und Abschleppen und der sicheren Verbringung an einen geeigneten Abstellort.



eCall

Die EU-Kommission hat mit der Verordnung (EU) 2015/758 die Einführung des europaweiten automatischen Notrufsystems eCall beschlossen. Danach werden alle neuen Typen der Fahrzeugklassen M1 und N1 ab dem 31. März 2018 mit einem fest eingebauten, auf dem 112-Notruf basierenden bordeigenen eCall-System ausgerüstet. Für den Autofahrer wird es aber auch weiterhin möglich sein, alternativ zum 112-basierten eCall, das Notrufangebot ihres Automobilherstellers zu nutzen. Damit stellen diese Systeme, zukünftig in Verbindung mit den online-verfügbaren Rettungsdatenblättern über die DAT-Software, einen wichtigen Schritt zur weiteren Erhöhung der Verkehrssicherheit dar.